Die vielseitige Buche
Bevor wir auch den Rückschnitt der Hecke eingehen, möchten wir Ihnen etwas mehr über die Buchenhecke an sich zu erzählen: Sie ist ausgesprochen beliebt bei Hobbygärtnern und das hat seinen guten Grund. Die Buche gedeiht unter verschiedensten Bedingungen sehr gut und ist eine vielseitige Pflanze, die auf durchlässigen, lehmhaltigen und kalkreichen Böden gut wächst. Vor allem die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist eine beliebte Wahl, unter anderem deshalb, weil sie ihre Blätter im Winter nicht verliert, auch wenn sie verwelken. Das hat einen dekorativen Effekt, wodurch der Garten selbst in den kälteren Monaten ein lebendiges Aussehen erhält. Im Frühjahr erhält die Hecke dann frische junge Triebe. So gelingt ein natürlicher Übergang der Jahreszeiten in Ihrem Garten.
Ist die Hainbuche auch eine Buche?
Auch wenn es aufgrund ihrer Bezeichnung so erscheinen mag, gehören die Rotbuche und die Blutbuche nicht zur selben Familie wie die Hainbuche. Das können wir Ihnen schnell anhand ihrer lateinischen Namen zeigen: Die Hainbuche wird als Carpinus bezeichnet und gehört zur Familie der Birkengewächse, während die Rot- und die Blutbuche zur Familie der Fagaceae oder Buchengewächse gehören. Obwohl die Letztgenannten keine Bäume sind, können sie sehr hoch wachsen.
Warum sollten Sie eine (junge) Buchenhecke schneiden?
Egal ob Blutbuche, Rotbuche oder Hainbuche: Damit die Sträucher nicht verwildern, sondern zu einer schönen, kompakten, gesunden und robusten Buchenhecke wachsen, sollten Sie zur Heckenschere greifen und die Pflanzen schneiden.
Wenn Sie eine junge Buchenhecke in den ersten Jahren nicht zurückschneiden, entstehen schnell lange Ausläufer, die sich nicht mehr zu einer vollen Hecke entwickeln können. Deswegen ist regelmäßiges Schneiden vor allem bei jungen Buchenhecken wichtig. Damit stimulieren Sie die Pflanze, im unteren Bereich neue Triebe auszubilden. Erst wenn genügend Seitenzweige entstanden sind, sollten Sie die Hecke bis zur gewünschten Höhe wachsen lassen.
Wann ist der beste Zeitpunkt, eine Buchenhecke zurück zu schneiden?
Bevor Sie zur Heckenschere greifen, sollten Sie wissen, wann der beste Zeitpunkt ist, um Ihre Buchenhecke zu schneiden. Indem Sie die ideale Schnittperiode wählen, folgen Sie dem natürlichen Rhythmus der Pflanzen. Der Rückschnitt einer Buchenhecke ist eine Aufgabe, die Sorgfalt erfordert und die Sie zweimal im Jahr erledigen sollten.
Wir empfehlen, der Buchenhecke zwischen Ende Mai und Mitte Juni den ersten Formschnitt zu verpassen und den zweiten im September. Dies gilt auch für frisch gepflanzte Buchenhecke. Diese können Sie auch sofort zurückschneiden.
Schneiden Sie Ihre Buchenhecke vor Mittsommer
Im Winter bleiben die verdorrten, braunen Blätter am Strauch hängen. So schützt er sich gegen Kälte und Wind. Sobald das Frühjahr anbricht, suchen sich die jungen Blätter ihren Weg und verdrängen das verdorrte Laub, sodass die Hecke wieder ein frisches Aussehen erlangt.
Eine geeignete Faustregel ist, den ersten Rückschnitt auf einen Termin kurz vor dem längsten Tag des Jahres (Mittsommer) zu legen. Der beste Zeitpunkt, um Ihre Buchenhecke zum ersten Mal im Jahr zu schneiden, ist vor dem Johannistag (24. Juni). Zu diesem Zeitpunkt Mitte Juni hat sich das junge Blatt schon gut entwickelt. Dadurch behält die Hecke ihre Form und Vitalität für den Rest der Wachstumsphase.
Zweiter Formschnitt im September
Um Ihre Buchenhecke dicht und voll wachsen zu lassen, sollten Sie sie mehrmals im Jahr schneiden. Nach dem ersten Schnitt im Juni können Sie einen weiteren Rückschnitt für September einplanen. Achten Sie aber darauf, dass Sie dies vor der zweiten Septemberhälfte erledigen. Anschließend braucht die Pflanze Ruhe, um sich auf den Winter vorzubereiten.
Der zweite Schnitt zu diesem Zeitpunkt schützt die Hecke übrigens außerdem vor frühem Nachtfrost, der bereits im Herbst auftreten kann. Wenn Sie diese zeitlichen Tipps berücksichtigen, bleibt die Hecke das ganze Jahr über in allerbesten Zustand.
Buchenhecke im Winter schneiden? Lieber nicht!
Ein Rückschnitt im Winter mag verlockend sein, ist aber nicht empfehlenswert. In den Wintermonaten befindet sich die Buchenhecke in einer Ruhephase. Die Pflanzen wachsen also nicht aktiv. Wenn Sie sie in dieser Zeit zurückschneiden, schwächen Sie die Pflanzen unnötig und sie werden so auch anfälliger für Frostschäden. Auch die Erholung der Pflanze nach dem Schnitt wird durch die niedrigen Temperaturen verzögert. Es ist deshalb wirklich besser, bis zum Frühjahr zu warten, wenn die Hecke wieder beginnt auszutreiben.
Wie sollten Sie Ihre Buchenhecke schneiden?
Da Sie nun wissen, wann Sie Ihre Hecke zurückschneiden sollten, geben wir Ihnen noch Tipps, wie sie die Buchen am besten kürzen:
- Vorbereiten: Sorgen Sie dafür, dass die Blätter trocken sind und verwenden Sie scharfe Heckenscheren.
- Den richtigen Tag auswählen: Schneiden Sie an einem Tag mit Nieselregen oder hoher Luftfeuchtigkeit.
- Oben beginnen: Beginnen Sie oben zu schneiden und arbeiten Sie sich Schritt für Schritt nach unten vor. Kürzen Sie die Hauptäste ca. 20 cm unterhalb der gewünschten Endhöhe ab. So kann sich die Hecke oben neu verzweigen und ein kompaktes Blattwerk bilden. Bei einer Buchenhecke, die die gewünschte Höhe noch nicht erreicht hat, sollten Sie den oberen Teil noch nicht kürzen. So kann die Hecke schneller hoch wachsen. Außerdem wird die Hecke stabiler, wenn der Hauptast möglichst hoch wächst. Wenn Sie zu früh schneiden, stören Sie dessen Wachstum es bilden sich viele kleine Verzweigungen. So wird der obere Teil der Hecke anfälliger gegen Wind und andere Schäden.
- Seiten zurückschneiden: Halten Sie die Heckenschere schräg, um die Seiten konisch zu schneiden, Ziel ist es dabei, dass der untere Teil der Hecke ca. 10 cm breiter ist als der obere. So sorgen Sie dafür, dass auch der untere Teil der Hecke noch ausreichend Licht und verkahlt nicht mit der Zeit.
- Abschluss: Entfernen Sie lose Zweige und prüfen Sie, ob Sie alles gerade geschnitten haben.
- Unteren Teil prüfen: Kontrollieren Sie den unteren Teil der Hecke darauf, ob Triebe möglicherweise durch zu enge Zweige und Äste erstickt werden.
- Wasser geben: Geben Sie der Buchenhecke nach dem Schnitt ausreichend Wasser und düngen Sie eventuell auch ergänzend, um die Pflanze bei der Erholung zu unterstützen. Bei dem Rückschnitt im Herbst sollten Sie auf eine Gabe von Dünger verzichten, weil die Pflanzen kurz vor der Ruhephase stehen. Dünger würde die Pflanze dazu bringen, neu auszutreiben. Durch den Frost können die jungen Triebe absterben.
- Werkzeugpflege: Wenn Sie fertig sind, sollten Sie die Schneidwerkzeuge unbedingt reinigen, um Rost zu verhindern und die Werkzeuge zu schonen.
Egal ob junge Sträucher oder alte Hecke: Es ist nicht empfehlenswert, eine Buchenhecke bis auf den Stamm zurückzuschneiden. Pro Jahr sollte maximal ein Drittel der Gesamtmasse entfernt werden.
Achtung: Auch alte Buchenhecke sollte man nicht zu stark schneiden
Ist Ihre Buchenhecke alt und verwildert? Dann ist ein strukturiertes Vorgehen nötig: Entfernen Sie zuerst alle toten, morschen oder kranken Äste bodennah. Danach lichten Sie die Sträucher aus. Schneiden Sie hierzu alle überkreuzenden und alle nach innen wachsenden Äste heraus. Kürzen Sie dann alte, dicke Äste um 1/3 bis 1/2 ein, um neue Triebe anzuregen.
Bei einer stark verwilderten, alten Buchenhecke kann es notwendig sein, bis zu 50% der alten Äste heraus zu schneiden – aber nicht alle auf einmal. Hier ist Geduld gefragt. Verteilen Sie die Rückschnitte auf mehrere Jahre.
Regelmäßige Formschnitte halten Ihre Buchenhecke gesund
Die Pflege Ihrer Hecke ist unverzichtbar, um Ihren Garten das ganze Jahr über in einem guten Zustand zu halten. Wenn Sie den passenden Moment wählen und mit Sorgfalt an die Arbeit gehen, dann bleibt Ihre Buchenhecke stark und gesund. Mit den richtigen Informationen und der bestmöglichen Vorbereitung können Sie sich viele Jahre lang an Ihrer üppigen und grünen Hecke erfreuen.
Haben Sie Fragen oder sind Sie auf der Suche nach weiteren Tipps, um eine Hecke zurückzuschneiden? Fragen Sie unsere Experten.