Zurück zur Blog-Übersicht

Alles was Sie über das Schneiden von Koniferen wissen müssen

Anna von Hedgy Heckenpflanzen

Anna von Hedgy Heckenpflanzen

Ungefähr 5 Minuten Lesezeit

Koniferen sind wahre Allrounder im Garten. Ob solitärer Baum, geometrisch geschnittene Ziersträucher oder dichte Hecke, Koniferen finden dank ihrer Vielfalt in jedem Garten ihren Platz. Die richtige Pflege ist da das A und O. Vor allem zum Schneiden von Koniferen bekommen wir deswegen regelmäßig Fragen. Kann man Koniferen stark zurückschneiden? Wann schneidet man Koniferen am besten? Auf diese und weitere Fragen geben unsere Experten Antwort.

Alles was Sie über das Schneiden von Koniferen wissen müssen

Was zeichnet Koniferen aus?

Die Koniferen sind eine eigene Ordnung innerhalb der Pflanzenwelt, zu der über 600 verschiedene Koniferenarten gehören. Die meisten davon tragen Nadeln, wie zum Beispiel die beliebte Europäische Eibe. Die Nadeln sind Namensgeber dieser Ordnung. Eigentlich bedeutet Konifere nichts anderes als Nadelholz.

Es gibt aber auch Arten mit anderen Blattformen. Die meisten Zypressen haben zum Beispiel flache, weiche Schuppenblätter. Arten wie die Thuja eignen sich besonders gut für Hecken, da sie ein schönes, dichtes Blätterwerk bilden.

Hinzu kommt, dass die meisten Koniferen immergrün sind. Zudem können Koniferen sehr alt werden, sind anpassungsfreudig und wachsen auch auf kargen Böden. Aufgrund ihrer Vielfalt sind sie eine beliebte Wahl im Gartenbau.

So schneiden Sie Ihre Koniferen richtig

Eine weitere Besonderheit der Koniferen ist, dass sie nur an den Triebspitzen wachsen. Wenn man das Grün einer Konifere zur Seite biegt, bietet sich einem meist kein schöner Anblick. Dahinter verbergen sich nämlich vor allem braune, abgestorbene Äste, die nicht wieder neu austreiben können. Einzige Ausnahme bildet die Eibe, die auch Radikalschnitte verträgt.

Formschnitt statt Radikalschnitt bei Koniferen

Daher gilt: Beim Schneiden von Koniferen ist es sehr wichtig, dass man nur im grünen Teil der Pflanze schneidet. Wenn Sie verholzte Teile wegschneiden, wachsen diese nicht wieder nach. Wenn wir bei uns in der Gärtnerei unsere Koniferen schneiden, kürzen wir nur die jungen grünen Triebe an der Außenseite um maximal 10 Zentimeter.

Aus diesem Grund raten wir auch davon ab, Koniferen stark zurückzuschneiden. Dann ist die Chance hoch, dass Löcher in der Hecke nicht wieder zuwachsen. Daher ist es wichtig, Koniferen von Beginn an gut zu pflegen und regelmäßig zu schneiden. Je breiter die Pflanze wächst, desto schwieriger ist es, die Konifere in Form zu halten.

Bei verwilderten Koniferenhecken haben Sie meistens nur zwei Optionen: Entweder sie akzeptieren das Format der Hecke und bringen Sie mit regelmäßigen Formschnitten in Form. Oder Sie ersetzen die Hecke komplett.

Beim Formschnitt vor allem die Seiten trimmen

Achten Sie darauf, nur die Seiten der Hecke zu schneiden. Kürzt man den Mitteltrieb der Konifere, wächst sie erst einmal nicht weiter in die Höhe. Es dauert einige Zeit, bis sich ein neuer Mitteltrieb aus einem Seitentrieb bildet. Erst wenn die Sträucher die gewünschte Höhe erreicht haben, sollte man daher auch die Spitzen beischneiden.

Ein weiterer Tipp für Koniferenhecken: Wir schneiden unsere Koniferen leicht schräg. Die Hecke ist somit oben schmaler als unten, damit auch der untere Teil der Sträucher genug Sonne bekommt und wieder schnell nachwächst.

Ob manuell oder von Hand - hauptsache scharf

Wie bei jeder anderen (Hecken-)Pflanze auch, sollten Sie zum Schneiden von Koniferen scharfe Geräte benutzen. Das ist wichtiger als die Wahl zwischen einer elektrischen oder manuellen Heckenschere. Die Kunst beim Schneiden besteht darin, möglichst wenig Schnittwunden zu verursachen. Die Schnittflächen bieten nämlich Krankheitserregern eine gute Angriffsfläche. Außerdem erleichtert Ihnen ein scharfes Schneidewerkzeug die Arbeit enorm, da Sie beim Schneiden weniger Kraft einsetzen müssen.

Denken Sie an Ihre Sicherheit

Beim Schneiden von Hecken ist es wichtig, immer zuerst an die eigene Sicherheit zu denken. Das gilt umso mehr für Koniferen, da diese besonders hoch werden können. Am besten erledigen Sie die Aufgabe nicht allein, sondern mindestens zu zweit.

Achten Sie darauf, dass Ihre Leiter stabil auf festem Untergrund steht. Bestimmen Sie vorab, wie weit Sie die Hecke zurückschneiden möchten. Wenn Sie eine Hecke schneiden, können Sie eine Schnur als Richtlinie spannen. So vermeiden Sie, dass Sie die Hecke zu stark zurückschneiden. Wer hat schon gerne eine Hecke mit braunen Löchern?

Wann sollte man Koniferen am besten schneiden?

So vielfältig die Koniferen sind, so vielfältig ist auch die Antwort auf diese Frage. Wann und wie oft eine Konifere geschnitten werden muss, hängt eindeutig vom vorhandenen Exemplar ab.

Den größten Einfluss hat dabei die Wachstumsgeschwindigkeit der jeweiligen Sorte: Je schneller die Konifere wächst, desto häufiger sollte sie geschnitten werden. Langsam wachsende Koniferen kommen mit einem Minimalschnitt alle ein bis zwei Jahre aus. Bei besonders schnell wachsenden Sorten wie die Leyland-Zypresse sollte man die Seiten hingegen zwei bis vier Mal pro Jahr schneiden.

Faustregeln für erste und folgende Formschnitte

Den ersten Formschnitt sollte man sich für den späten Frühling oder den Sommer aufheben. Generell gilt: Koniferen sollte man jede Saison vor der Sommersonnenwenden, dem längsten Tag des Jahres, zum ersten Mal schneiden. Danach können die Seiten bei Bedarf regelmäßig getrimmt werden, solange Sie nicht zu viel auf einmal zurückschneiden.

Das letzte Mal sollten die meisten Koniferen im September geschnitten werden. Die Pflanzen benötigen Zeit, neue starke Triebe zu bilden und sich für den kalten Winter vorzubereiten.

An einem bewölkten Tag schneiden

Worüber sich die Pflanze freut (Sie sich wahrscheinlich weniger): Wählen Sie einen bewölkten oder sogar regnerischen Tag. Jede geschnittene Pflanze verliert an den Schnittwunden Flüssigkeit. So verhindern Sie, dass die Sträucher unnötigen Stress durch Austrocknung erleiden.

Wann ist es verboten, Koniferen zu schneiden?

In Deutschland, Österreich und in der Schweiz gibt es verschiedene Gesetze rund um das Schneiden von Hecken, Sträuchern und Bäumen. Sie haben jedoch alle eines gemein: Um nistende Vögel zu schützen, sind Radikalschnitte oder komplette Rodungen während der Brutzeit verboten. Diese geht in der Regel von März bis September.

Die meisten Koniferen vertragen ja aber keine Radikalschnitte. Daher stellt sich diese Frage für die meisten Koniferenhecken gar nicht. Natürlich sollten Sie trotzdem auf nistende Vögel Rücksicht nehmen. Schneiden Sie die Sträucher dann ausnahmsweise erst im Herbst, wenn die Vögel das Nest verlassen haben.

Wir informieren Sie, wie Sie Ihre Koniferen richtig schneiden

In diesem Artikel haben wir die Schneidetipps zusammengefasst, die für alle Koniferen (und für die meisten Heckenpflanzen) gelten. Aber wie gesagt, jede Pflanze hat ihre eigenen individuellen Bedürfnisse. Wie, wann und wie oft Sie Ihre Konifere schneiden müssen, erfahren Sie bei uns auf der Produktseite der jeweiligen Pflanze: