Thuja-Krankheiten erkennen: Welche Symptome sind typisch?
Betrachten Sie die betroffenen Pflanzenteile der Thuja und den Verlauf der Schäden genau, um die Thuja-Krankheiten zu erkennen. Braune Nadeln oder absterbende Triebe können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören Pilzkrankheiten, Schädlingsbefall, Trockenstress, Staunässe und Frostschäden.
Wichtig: Anhand eines einzelnen Symptoms lässt sich die Ursache oft nicht sicher bestimmen. Eine genaue Diagnose kann bei ähnlichen Schadbildern eine Untersuchung durch Fachleute erfordern.
Meine Thuja wird (innen) braun: Ist das eine Krankheit oder ein Pflegefehler?
Nicht unbedingt stecken eine Krankheit oder ein Schädlingsbefall dahinter, wenn beispielsweise Ihre Thuja 'Excelsa' oder Ihre Thuja plicata 'Atrovirens' braun wird, denn die Thuja wirft auch ältere Nadeln und Schuppenblätter regelmäßig ab, insbesondere im inneren Pflanzenbereich. Dieser natürliche Prozess kann im Spätsommer sichtbar werden.
Es gibt aber auch einige Einflüsse von außen, die dazu führen: Trockenheit, Frost, Schwankungen der Bodenfeuchte sowie Streusalz (Tausalz) können zu Verfärbungen führen. Besonders bei Hecken an Straßen- oder Gehwegrändern lagern sich Salzverbindungen im Boden an, schädigen die Wurzeln und führen zu braunen Trieben, die nicht selten fälschlicherweise für eine Pilzkrankheit gehalten werden. Wenn dagegen einzelne Triebe von außen nach innen absterben oder größere Pflanzenteile plötzlich vertrocknen, sollten Sie die Ursache genauer untersuchen.
Welche Thuja-Krankheiten gibt es?
Zu den häufigsten und wichtigsten Erkrankungen des Lebensbaums gehören Pilzkrankheiten, darunter das Triebsterben und die Schuppenbräune. Hinzu kommen Wurzelkrankheiten und andere Schadfaktoren, die dazu führen, dass die Pflanzen absterben.
1. Thuja-Triebsterben durch Pilze (Kabatina thujae)
Wenn Triebe der Thuja plötzlich absterben, kann das durch verschiedene Erreger verursacht werden. Ein Beispiel ist Kabatina thujae.
Symptome
- Einzelne Triebspitzen verfärben sich gelblich, graugrün oder braun.
- Kleinere Zweige sterben ab.
- An abgestorbenen Trieben können schwarze Sporenlager sichtbar werden.
- Die Schäden treten teilweise im Frühjahr auf.
Achtung! Ähnliche Symptome können auch durch andere Pilze oder durch Miniermotten entstehen. Eine sichere Bestimmung ist daher nicht allein anhand der Verfärbung möglich. Ziehen Sie im Zweifel immer eine Fachperson zur Diagnose hinzu.
Was hilft bei Thuja-Triebsterben?
Befallene Triebe sollten Sie bis ins gesunde Holz zurückschneiden. Bei größeren Schäden ist eine fachliche Diagnose sinnvoll. Achten Sie außerdem auf eine gute Standort- und Wasserversorgung, da geschwächte Pflanzen anfälliger sein können.
Achtung! Ein sichtbarer Befall lässt sich nicht unbedingt durch Fungizide heilen.
2. Schuppenbräune (Didymascella thujina)
Die Schuppenbräune ist eine pilzliche Erkrankung.
Symptome
- Ältere Schuppenblätter (Nadeln) verfärben sich braun.
- Befallene Pflanzenteile sterben ab.
- Es bilden sich kaffeebohnenartigen, ovalen Fruchtkörper auf den Schuppenblättern. Das sind die Fruchtkörper des Erregers.
- Das Schadbild kann anderen Formen des Triebsterbens ähneln.
Wie können Sie die Thuja behandeln?
Entfernen Sie betroffene Triebe bis ins gesunde Holz. Arbeiten Sie dabei unbedingt mit desinfiziertem Schnittwerkzeug (z. B. mit hochprozentigem Alkohol oder Desinfektionsmittel nach jedem Strauch), um eine Sporenübertragung von Pflanze zu Pflanze zu verhindern.
3. Wurzel- und Wurzelhalsfäule (Phytophthora)
Wurzelkrankheiten können dazu führen, dass einzelne Pflanzen oder größerer Heckenbereiche absterben. Ein möglicher Erreger ist Phytophthora. Staunässe, verdichtete Böden und ungünstige Bodenverhältnisse können begünstigen, dass Wurzelprobleme auftreten.
Typische Anzeichen
- Die Pflanze wirkt welk oder geschwächt.
- Nadeln verfärben sich fahl, grau oder braun.
- Größere Triebe oder die gesamte Pflanze sterben ab.
- Im Wurzel- oder Wurzelhalsbereich können Verfärbungen und Fäulnisschäden auftreten.
Was können Sie tun?
Sorgen Sie für eine gute Bodenstruktur und vermeiden Sie unbedingt dauerhafte Staunässe. Bei stark geschädigten Pflanzen ist eine Untersuchung durch eine Fachperson sinnvoll.
Wichtig: Gegen Phytophthora an der Thuja steht laut dem Pflanzenschutzdienst Niedersachsen kein zugelassenes Fungizid zur Verfügung. Die Behandlung sollte deshalb nicht pauschal mit chemischen Mitteln erfolgen.
4. Pestalotiopsis: Ein Schwächeparasit
Pilze der Gattungen Pestalotiopsis und Pestalotia werden häufig an geschädigten oder absterbenden Thuja-Trieben gefunden. Sie gelten als Schwächeparasiten und sind nicht zumeist nicht ursprüngliche Ursache der Pflanzenschäden.
Symptome
- Die Triebe verfärben sich grau.
- Die abgestorbenen Zweige können dunkle Sporenstrukturen zeigen.
- Die Pflanze weist häufig bereits Vorschädigungen auf.
Behandlung
Untersuchen Sie zuerst die allgemeinen Standortbedingungen. Trockenstress, Wurzelschäden und andere Belastungen sollten möglichst reduziert werden. Befallene Triebe können Sie zurückschneiden. Prüfen Sie unbedingt, was die Ursachen der Vorschädigung sein könnten.
Schädlinge an der Thuja?
Auch Schädlinge können an Ihren Thuja-Pflanzen ähnliche Symptome verursachen wie es Pilzbefall tut. Wir stellen Ihnen hier einige vor und erläutern, was Sie tun können:
Thujaminiermotte
Die Thujaminiermotte (Argyresthia thuiella) ist ein kleiner Schmetterling. Ihre Larven minieren in den Triebspitzen der Thuja.
So erkennen Sie den Befall
- Die Triebspitzen verfärben sich braun.
- Die Triebe sind innen ausgehöhlt.
- Bei genauer Betrachtung können schwarze Kotkrümel sichtbar sein.
- Teilweise finden sich kleine Bohrlöcher.
Unterscheidung: Bei einem pilzlichen Triebsterben sind die Triebspitzen nicht auf diese Weise ausgehöhlt.
Was hilft?
Regelmäßig geschnittene Hecken vertragen einen Befall häufig gut. Bei stärkerem Befall können Sie betroffene Triebspitzen entfernen. Eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln sollten Sie nur nach Prüfung des konkreten Befalls und der aktuellen Zulassung vornehmen.
Spinnmilben
Spinnmilben können insbesondere bei warmer und trockener Witterung auftreten.
Mögliche Symptome
- Helle oder gelbliche Verfärbungen an den Trieben.
- Sie entdecken feine Gespinste.
- Die Thuja hat geschwächte Triebe und Nadeln.
Eine ausreichende Wasserversorgung und geeignete Standortbedingungen helfen, Stress an der Thuja zu reduzieren. Wenn die Pflanzen bestätigt befallen sind, kommen gegebenenfalls zugelassene Pflanzenschutzmittel infrage. Sprechen Sie darüber mit Fachpersonen.
Schildläuse und Baumläuse
Auch Läuse können Thuja schädigen. Baumläuse saugen beispielsweise Pflanzensaft aus den Trieben. Auf ausgeschiedenem Honigtau können sich dann Rußtaupilze ansiedeln. Dadurch entstehen schwarze Beläge auf den Pflanzenteilen. Die Ursache liegt in diesem Fall primär beim Schädlingsbefall und nicht bei dem Pilzbefall der Pflanze.
Thuja-Krankheiten behandeln: Was hilft wirklich?
Die richtige Behandlung der Pflanzen hängt von der Ursache ab. Deshalb sollten Sie nicht jede braune Thuja prophylaktisch mit einem Fungizid o.Ä. behandeln.
1. Schadbild genau untersuchen
Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, sollten Sie klären:
- Sind nur einzelne Triebe betroffen?
- Werden die Schäden größer?
- Ist die Pflanze insgesamt welk?
- Gibt es Hinweise auf Fraßgänge oder Bohrlöcher?
- Steht die Thuja in nassem oder sehr trockenem Boden?
Bei unklaren oder umfangreichen Schäden empfehlen wir eine Fachperson hinzuzuziehen.
2. Befallene Triebe zurückschneiden
Bei bestimmten Pilzkrankheiten und Miniermottenbefall kann der Rückschnitt betroffener Triebe sinnvoll sein. Schneiden Sie bei pilzlichem Triebsterben bis ins gesunde Holz zurück. Befallenes Schnittgut müssen Sie unbedingt über den Hausmüll (Restmüll) oder die Biotonne (wo durch industrielle Heißkompostierung Keime abgetötet werden) entsorgen und denken Sie auch daran, das Schneidewerkzeug nach jeder Pflanze zu desinfizieren.
Beachten Sie: Der Rückschnitt allein ist nicht bei allen Ursachen ausreichend. Bei Wurzelkrankheiten oder Borkenkäferbefall sind andere Maßnahmen erforderlich.
3. Standort und Wasserversorgung verbessern
Eine gute Pflege Ihrer Thuja trägt dazu bei, Stress zu reduzieren. Achten Sie deshalb:
- auf ausreichende Wasserversorgung bei Trockenheit
- durchlässigen Boden
- darauf, dauerhafte Staunässe zu vermeiden
- auf ausreichend Platz und gute Bedingungen für die Pflanzenentwicklung
Wichtig: Die Thuja verliert auch im Winter Wasser. Das ist die sogenannte Frosttrocknis. Deshalb sollten Sie die Thuja unbedingt an frostfreien Tagen im Winter gießen.
4. Pflanzenschutzmittel nicht pauschal einsetzen
Fungizide und Insektizide sind nicht für jedes Schadproblem geeignet. Bevor Sie ein Pflanzenschutzmittel einsetzen, sollten Sie deshalb unbedingt prüfen:
- Welcher Erreger oder Schädling hat die Thuja befallen?
- Ist das Mittel für die entsprechende Anwendung zugelassen?
- Welche Anwendungsvorschriften gelten?
- Ist die Behandlung tatsächlich sinnvoll?
Wann sollten Sie eine Thuja entfernen?
Wenn einzelne Pflanzen stark geschädigt sind oder ganze Pflanzen absterben, kann es notwendig werden, dass Sie eine oder mehrere Sträucher entfernen. Das gilt beispielsweise bei bestimmten Wurzelkrankheiten oder Borkenkäferbefall. Ob Sie eine Pflanze noch erhalten können, hängt vom Ausmaß und der Ursache der Schäden ab. Bei Borkenkäferbefall stehen beispielsweise keine geeigneten Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Befallene Pflanzen sollten entfernt werden.
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